Wie Künstlerinnen und Künstler ihre Fotografie online zeigen, und was daran trägt
Siebzehn Seiten aus der bildenden Kunst, aufgenommen und vermessen: Raster, Schrift, Navigation, Ladezeit. Wo die Entwürfe sich gleichen und wo sie der eigenen Arbeit im Weg stehen.
Stichprobe17 Seiten ausgewertet, 25 geprüft
Aufnahme20.10.2026, 10:10–10:25 CEST
Viewport1440 × 900, mobil 390 × 844
MethodeHeadless Chrome, DOM- und Performance-Messung
Screenshots23 Aufnahmen, alle im Bericht
01
Zehn Befunde, die sich durch fast alle Seiten ziehen
Alle Zahlen kommen aus den Seiten selbst, nicht aus Empfehlungsartikeln. Im Anhang sind sie vollständig aufgeführt.
Der erste Bildschirm zeigt ein Werk. Bei sieben von siebzehn Seiten füllt eine einzige Arbeit das Fenster: Kawauchi, Sassen, McGinley, Ruff, Gursky, Bourouissa, Templeton. Karussells und Kachelraster kommen auf diesen Startseiten nicht vor.
Weißraum trägt das Layout. Kawauchi, Gursky, McGinley und Templeton setzen links eine Textleiste von etwa einem Fünftel der Fensterbreite, der Rest bleibt leer. Foglia arbeitet mit 248-Pixel-Bildspalten und 16 Pixel Abstand, Frazier mit drei Spalten und viel Weißraum.
Klassische Satzschriften dominieren. Fünf Seiten setzen Garamond- oder Times-Schnitte ein (Tillmans, Kawauchi, Sassen, Simon, Bourouissa), die übrigen zurückhaltende Grotesken wie Telegraf, Proxima Nova oder Archivo Narrow. Keine davon benutzt eine Modeschrift der letzten zwei Jahre.
Die Navigation ist eine Liste. Untermenüs, Burger und Hover-Megamenüs gibt es auf dem Desktop nirgends. Die Punkte stehen senkrecht am Rand (Kawauchi, Gursky, McGinley, Templeton) oder als lose Zeile im Kopf (Ruff, Sugimoto, Frazier, Bee). Sutherland hat keine Navigation, nur ein Raster.
Text bleibt knapp. Taryn Simon zeigt auf der Startseite kein Bild und 8.233 Pixel Ausstellungsliste. Sara Cwynar stellt ihre Werkliste in Monospace auf giftgrünen Grund, Bourouissa eine Tabelle aus Titeln und Jahren.
Die Bildlast geht weit auseinander. Der Faktor zwischen der leichtesten und der schwersten Seite ist 365: 52 KB bei Cwynar, 19 MB bei Engman. Gemessen nach vollständigem Laden.
Mobil wird meist nur verkleinert. Foglia behält zwei Spalten und bleibt bedienbar. Tillmans schiebt seine dreispaltige Textnavigation in eine Kopfzeile mit Menüschalter; mobil wächst die Seite auf 23.000 Pixel.
Bildunterschriften fehlen meist. Nur Frazier, Gursky und Kawauchi beschriften ihre Übersichten mit Titel oder Jahr. Bei Foglia, Sutherland, Templeton und Bee steht am Bild nichts.
Squarespace und WordPress tragen ein Drittel. Drei Seiten laufen auf Squarespace (Sugimoto, McGinley, Bee), vier auf WordPress, zehn sind handgebaut. Die eigenständigsten Entwürfe sitzen unter den handgebauten.
Last und Renommee hängen nicht zusammen. Der teuerste Auftritt der Stichprobe gehört zu einem Künstler mit Museumsausstellungen: Engman mit 19 MB. Die Last folgt der Entscheidung, alles auf einmal zu laden.
Gute Künstler-Portfolios lesen sich wie Werkverzeichnisse.
02
Wie gemessen wurde, und wo die Zahlen unscharf sind
Vorgehen
Jede Seite in einem Headless-Chrome-Fenster mit 1440 × 900 Pixeln geöffnet, sechs Sekunden gewartet, danach einmal gescrollt, um Nachladen auszulösen.
Aus dem DOM gelesen: Titel, berechnete Schriftfamilie und -größe, Hintergrundfarbe, Anzahl und Breite der Bilder, Videos, Lazy-Loading, Dokumenthöhe, Navigationslinks.
Last über die Performance-API, gegengeprüft durch Nachladen der Bilddateien im Browser (Engman 5,1 MB, Sutherland 0,44 MB).
Plattform über Signaturen im Quelltext: squarespace, wp-content, Generator-Metadaten.
Mobil mit 390 × 844 Pixeln und doppelter Pixeldichte, drei Beispiele im Bericht.
Grenzen
Momentaufnahme an einem Vormittag. Startseiten und Ausstellungsdaten ändern sich.
Die Performance-API meldet für fremde Hosts ohne Timing-Allow-Origin oft null Byte. Jeder Transferwert hier ist eine Untergrenze.
Berechnete Schriftnamen zeigen manchmal den Fallback. Bei Lizenzschriften steht deshalb „Garamond-Schnitt“ statt eines Dateinamens.
Cookie-Zustände sind nicht vereinheitlicht. Wo ein Consent den ersten Bildschirm belegte, steht es in der Bildunterschrift.
03
Siebzehn Seiten, einzeln angesehen
Fünfzehn Abschnitte, sortiert vom radikalsten Entwurf zum konventionellsten, also mit wachsendem Interface. Der letzte Abschnitt stellt drei Seiten gegenüber.
01
Wolfgang Tillmans
tillmans.co.ukeigenes Frontend, Archiv-CMS
Ein Archiv, das sich als Textseite ausgibt. Installation Views, Publikationen, Kampagnen, alles als Linkliste.
Transfer
2,2 MB
Requests
42
Bilder
41 im DOM
Dokumenthöhe
34.459 px
Body-Schrift
Times, 14,4 px
Plattform
keine CMS-Signatur
Startseite. Der Name ist 14,4 Pixel groß, die Navigation liegt in drei Textspalten. In der Mitte steht der Videobereich, der ohne Cookie-Zustimmung leer bleibt. Das ist der Normalfall für Erstbesucher.
Die Seite verzichtet auf jede Geste, die man von einer Künstler-Website erwartet: kein Hero, kein Raster, keine Bildlaufleiste. Stattdessen eine Titelzeile in Times mit 14,4 Pixeln, darunter Links in Archivlogik: aktueller Kalender, Installation View Archive, Publikationen, Vorträge, Texte, Biografie, politische Kampagnen. Der aktive Bereich wird rot markiert; das ist die einzige Farbe im Interface.
Das Archiv ist endlos. „Installation View Archive“ kommt auf 92 Bilder und 74.076 Pixel Dokumenthöhe; beim Aufruf lädt nur ein Bruchteil. Wer ein bestimmtes Bild sucht, scrollt oder benutzt die Browsersuche. Einen Filter gibt es nicht.
Installation View Archive. 92 Bilder, 74.076 Pixel Scrollhöhe, kein Filter, keine Thumbnail-Übersicht. Ein Bild pro Eintrag, dazwischen Trennlinien.
Was trägtDie Seite liest sich wie ein Werkverzeichnis. Wer Tillmans kennt, findet die Kampagne von 2017 oder die Ausstellung in Los Angeles in Sekunden. Die Typografie tritt hinter die Bilder zurück.
Was fehlt, ist Zugänglichkeit: kein Suchfeld, keine Werkgruppen, keine Bildtitel auf der Übersicht. Bei 92 Einträgen muss man wissen, was man sucht. Der Videobereich startet ohne Zustimmung als leere Fläche mit Datenschutztext; so sieht die Startseite für Erstbesucher aus.
02
Rinko Kawauchi
rinkokawauchi.comWordPress
Ein Bild pro Bildschirm, eine Textspalte links, Papierweiß statt Reinweiß.
Transfer
6,2 MB
Bilder
9 Requests
Dokumenthöhe
900 px
Hintergrund
#eaeeee
Body-Schrift
Garamond-Schnitt
Plattform
WordPress
Startseite. Verhältnis etwa 1:3. Die linke Spalte bleibt bis auf Name, sechs Links und Sprachumschaltung leer. Das Bild rechts läuft an drei Kanten aus dem Fenster.
Kawauchi zeigt das klassische Modell der Fotokunst: eine schmale Spalte für Name und Navigation, alles andere gehört dem Bild. Der Grund ist ein kühles Papiergrau (#eaeeee) statt Reinweiß; das nimmt den Fotografien die grelle Kante und erinnert an Druck. Der Name steht in einem Garamond-Schnitt, die Fallback-Kette führt auf japanische Mincho-Schriften.
Technisch ist die Seite träge. Neun Bilddateien ergeben 6,2 MB, weil das Hero-Foto in einer Auflösung ankommt, die für 1440 Pixel Breite zu groß ist. Die Werkübersicht wächst auf 13.897 Pixel; jede Werkgruppe bekommt ein großes Einzelbild, nachgeladen beim Scrollen.
Works. Eine Spalte, 864 Pixel breit, 17 Bilder. Die Werkgruppen sind als reine Abfolge angelegt, ohne Jahreszahlen und ohne Vorschaubilder.
Was trägtDie Haltung: ein Bild, ein Moment, keine Ablenkung. Wer die Arbeit nicht kennt, versteht nach zwei Sekunden, worum es geht.
Die Werkübersicht bleibt eine Liste von Serientiteln ohne Jahr und ohne Vorschaubild. Konsistent, aber jeder Besucher muss 17 Serien einzeln öffnen. Eine Jahreszahl in Klammern würde das erledigen.
03
Viviane Sassen
vivianesassen.comeigenes Frontend
Ein stummes Video als Titelbild, darunter eine Nachrichtenliste im Zeitungssatz.
Transfer
58 KB + 1080p-Video
Bilder Startseite
1
News-Seite
80.185 px
Bilder dort
128
Body-Schrift
EB Garamond
Plattform
eigenes Frontend
Startseite. Der Name oben links ist der einzige Text. Das Video (1920 × 1080, 1080p) läuft stumm, der Hinweis „tap to unmute“ ist die einzige Interaktionsfläche.
Die Startseite ist ein Video. Das Dokument bringt 58 KB, den Rest lädt der Browser als progressives Video nach. Kein Menü, kein Scrollen, kein Text außer dem Namen in Versalien. Ein Klick irgendwohin führt in die Rubrik „news“. Das setzt voraus, dass der Name zieht.
Danach kippt die Seite ins Gegenteil. Die News-Rubrik ist eine einspaltige Folge aus 128 Bildern mit Bildunterschrift, 80.185 Pixel Dokumenthöhe. Kein Jahresfilter, keine Werkgruppen, chronologisch. Die Navigation liegt als loses Textraster aus neun Links über drei Spalten, ohne aktive Markierung.
News. Einspaltiger Feed, ein Bild pro Eintrag, Bildunterschrift direkt darunter. 128 Bilder, 80.185 Pixel Scrollhöhe.
Was trägtDie Startseite ist ein Statement und funktioniert auf jedem Gerät, weil sie aus einem Element besteht. Der Weg in die Rubriken ist ein Klick.
Orientierung fehlt. Es gibt keine Werkübersicht, nur eine Chronologie der Ausstellungen und Publikationen. Wer die Serie von 2014 sucht, scrollt 40.000 Pixel. Auf dem Telefon hält das niemand durch.
04
Taryn Simon
tarynsimon.comeigenes Frontend
Eine Startseite ohne Bilder. Nur Typografie auf fast schwarzem Grund.
Transfer
133 KB
Bilder
0
Dokumenthöhe
8.233 px
Hintergrund
#111111
Body-Schrift
Garamond-Schnitt
Plattform
eigenes Frontend
Startseite. 133 KB für die gesamte Seite. Die mittlere Spalte ist eine Liste laufender und kommender Ausstellungen, nach Datum sortiert, ohne ein einziges Bild.
Simon behandelt ihre Website wie einen Ausstellungskalender mit Werkverzeichnis im Anhang. Navigation links in fünf Punkten, Hauptspalte mit Termin, Museum, Stadt, Laufzeit. Heller Text auf #111111, großzügige Zeilenhöhe, kein Fettdruck, keine Icons.
Der Verzicht auf Bilder ist eine Positionsbestimmung. Diese Seite verwaltet die Arbeit, sie muss sie nicht beweisen. Wer ein Bild sucht, geht über WORKS in die Projekte mit Installation Views und Büchern. Für weniger etablierte Positionen wäre das eine Sackgasse: Ein Kurator, der die Arbeit nicht kennt, verlässt die Seite nach acht Sekunden.
Was trägtDie Seite lädt in unter einer Sekunde und bleibt auf jedem Gerät lesbar. Keine andere Seite der Stichprobe packt so viel Information pro Pixel.
Der Einstieg über das Bild fehlt. Für eine Fotografin ist eine Startseite ohne Fotografie eine Entscheidung gegen das eigene Medium, und sie funktioniert nur, weil der Name sie trägt.
05
Hiroshi Sugimoto
sugimotohiroshi.comSquarespace
Museal zentriert, mit einem YouTube-Player als Hauptexponat.
Transfer
1,4 MB
Bilder
0 <img>
Dokumenthöhe
976 px
Body-Schrift
Futura PT
Plattform
Squarespace
Navigation
horizontal, 8 Punkte
Startseite. Der graue Grund trägt den Titel, die Navigation und einen eingebetteten YouTube-Player. Die Seite hat keine eigene Bilddatei, die gesamte Last kommt von Dritt-Host.
Die Seite ist ein Museumsraum: mittig der Name in gesperrter Serifenschrift, darunter acht Menüpunkte in kleiner Groteske, darunter ein Video. Alles zentriert, der Grund neutralgrau statt weiß. Serifentitel plus Futura-Navigation ist die konventionellste Typomischung der Stichprobe.
Technisch hängt der Auftritt an fremden Hosts. Auf der Seite liegt keine eigene Bilddatei; die 1,4 MB kommen aus dem Video-Embed und den Squarespace-Assets. Ohne Zustimmung ist das Video nicht sichtbar, und die Wirkung der Startseite hängt an einer Plattform, die Bot-Checks und Regionssperren anwendet.
Was trägtDie Ruhe. Ein Name, eine Bewegung. Für eine Praxis, die von einzelnen Großformaten lebt, ist eine Ausstellungsführung als Video ein sinnvoller Einstieg.
Kontrolle fehlt. Wer die Seite als PDF druckt oder in fünf Jahren ansieht, bekommt ein schwarzes Rechteck.
06
Thomas Ruff
thomasruff.comeigenes Frontend
Der Name als Grafik, daneben ein Werk wie ein Ausstellungsobjekt gerahmt.
Transfer
2,5 MB
Bilder
11
Dokumenthöhe
2.917 px
Body-Schrift
Telegraf
Plattform
eigenes Frontend
Sprachen
DE / EN
Startseite. Der Name läuft über zwei Drittel der Breite. Rechts das Werk in einem Passepartout-Rahmen, links das Porträt randabfallend, dazwischen dünne Konstruktionslinien.
Ruff zeigt, wie ein Werkverzeichnis zeitgenössisch aussieht, ohne Effekte. Der Name arbeitet als Flächenelement in extrem großer Groteske. Das aktuelle Werk steht in einem grauen Rahmen mit weißem Passepartout und wirkt damit wie ein Objekt. Dazu ein kleiner Caption-Kasten im Stil eines Galerieetiketts.
Die horizontale Navigation in fünf Punkten plus Sprachumschaltung sitzt unter einer Haarlinie. Ein sichtbares Konstruktionsraster setzt sonst keine Seite so ein, dass es nicht beliebig wirkt: Die Linien folgen den Bildkanten.
Was trägtDie Hierarchie kommt ohne Farbe, ohne Icons und ohne Karten aus. Ein Name, ein Werk, fünf Links. 2,5 MB für elf Bilder sind vertretbar.
Die Navigation ist kleinteilig: „News, Werke, Biografie, Bibliografie“ wiegen gleich viel, obwohl ein Erstbesucher nur „Werke“ braucht.
07
Charlie Engman
charlieengman.comeigenes Frontend
Collage statt Raster. Und die schwerste Seite der Stichprobe.
Transfer
19,0 MB
Requests
111
Bilder
25 Dateien, 99 Requests
Größte Datei
3,3 MB GIF
Body-Schrift
Arial Rounded
Navigation
4 Ecken, keine Leiste
Startseite. Ein gerahmtes Bild als Bühne, ein freigestelltes zweites Bild, das über den Rahmen hinausragt, dazu eine senkrechte Spalte aus „scroll down“ und ∞-Zeichen in der Ecke.
Engman baut die Startseite als Collage: ein Bild im Passepartout, ein zweites freigestellt darüber, ein drittes angeschnitten, dazu Typografie als Textur. Die Navigation liegt in den Ecken: Name oben links, „overview“ unten links, „sketchbook“ unten rechts, eine Reihe Unendlichkeitszeichen oben rechts. Ein Menü braucht diese Seite nicht, und sie bleibt trotzdem vollständig bedienbar.
Der Preis ist absurd. 111 Requests, 19 MB Transfer, davon 16,6 MB Bilddaten. Zwei GIFs bringen 4,7 MB, eines davon 3,3 MB. Auf einer Mobilverbindung steht die Startseite mehrere Sekunden leer; im Mobilfunknetz kostet ein Besuch mehr als ein Fotoabzug.
Was trägtDie Form. Die Startseite sieht aus wie eine Arbeit, nicht wie eine Bewerbung, und bleibt mit vier Klickzielen verständlich.
Die Umsetzung hält nicht, was die Form verspricht. Wer Collage als Konzept einsetzt, muss die Dateigrößen im Griff haben; hier wurde das Konzept gegen die Ladezeit getauscht, und das Publikum zahlt.
08
Lucas Foglia
lucasfoglia.comeigenes Frontend
Vier Spalten, gleiche Abstände, keine Bildunterschrift. Das sauberste Raster der Stichprobe.
Raster
4 × 248 px
Gutter
16 px
Bilder Projekt
162
Body-Schrift
Gotham Narrow
Navigation
zurück + 2 Links
Mobil
2 Spalten
Projektseite. Vier Spalten à 248 Pixel mit 16 Pixel Abstand, Hochformate zentriert in der Spalte, Querformate füllen sie. Keine Beschriftung, kein Hover-Effekt sichtbar.
Foglia macht das Einfachste richtig. Ein Projekt hat zwei Ansichten: „Gallery“ mit allen Bildern im Raster, „Statement“ mit dem Text. Oben links ein Zurück-Link, unten links der Projekttitel, mehr Interface gibt es nicht. Das Raster hält die Spaltenbreite konstant und lässt jedem Bild sein Seitenverhältnis: Querformate füllen die Spalte, Hochformate werden zentriert.
162 Bilder auf einer Projektseite sind viel, im Raster aber sortiert und als Arbeitsmenge lesbar. Auf 390 Pixeln bleibt die Seite zweispaltig; die Übersicht bleibt, die Einzelbilder werden klein.
Mobil bei 390 Pixeln: Foglia behält zwei Spalten, Kawauchis Werkliste bleibt eine Spalte und wird 6.619 Pixel lang, Ruff schiebt den Namen über das Werk und die Seite wächst auf 2.234 Pixel.
Was trägtDas Raster ist die Arbeit. Wer 162 Bilder vergleichen will, kann das hier, ohne eine Zeile Text zu lesen.
Kontext pro Bild fehlt. Ohne Titel und Jahr ist die Galerie ein Kontaktbogen: reizvoll für Kuratoren, für alle anderen eine Reihe schöner Bilder ohne Anker.
09
Ryan McGinley
ryanmcginley.comSquarespace
Linke Navigationsspalte, ein Ausstellungsplakat als Hero. Die Plakatfläche macht die Arbeit.
Transfer
4,8 MB
Bilder
62
Dokumenthöhe
900 px
Body-Schrift
Proxima Nova
Plattform
Squarespace
Navigation
14 Punkte vertikal
Startseite. Das Hero ist ein Ausstellungsplakat, kein Einzelbild. Pinke Typografie auf Schwarz, im Bild ein Schwarzweißfoto. Ein Credit unten links, sonst keine Caption.
Die Seite ist konventionell gebaut und funktioniert, weil das Hero ein Grafikobjekt ist. Ein Ausstellungsplakat zeigt Motiv, Ort und Laufzeit; damit steht mehr Information auf dem ersten Bildschirm als bei den meisten Seiten der Stichprobe.
Die Navigation mit 14 Punkten ist die längste der Stichprobe: Serien, Archiv, Videos, Essays, CV. Auf 1440 Pixeln passt sie in eine Spalte, mobil wird sie zum Menü. 4,8 MB für 62 Bilder sind für Squarespace normal und für einen ersten Bildschirm mit einem Plakat zu viel.
Was trägtDer Ansatz: Ausstellungsgrafik statt Einzelfoto. Das erklärt die Arbeit und datiert sie.
Was bricht, ist die Liste. Vierzehn gleich gewichtete Punkte sind ein Inhaltsverzeichnis; „Photographs Archive“ gehört nicht an siebte Stelle.
10
Olivia Bee
oliviabee.comSquarespace
Handschrift-Logo, Hero-Panorama, zweispaltiges Raster. Die freundlichste Seite der Stichprobe.
Transfer
6,1 MB
Bilder
110
Dokumenthöhe
11.716 px
Body-Schrift
System-Sans
Plattform
Squarespace
Navigation
7 Punkte horizontal
Startseite. Script-Logo gegen sachliche Sans-Navigation, darunter ein Panorama über die volle Breite und ein zweispaltiges Raster mit harten Beschnitten.
Bee zeigt die kommerzielle Variante einer Künstler-Website: Kategorien wie Lifestyle, Fashion, Portraits, Projects, ein Hero über die volle Breite, darunter zwei Spalten. Das Script-Logo ist der einzige persönliche Eingriff, der Rest ist Raster und Systemschrift. Der aktive Menüpunkt ist unterstrichen; das ist die einzige Zustandsanzeige ohne Farbe in der Stichprobe.
Die Last ist hoch: 110 Bilder, 6,1 MB, 11.716 Pixel Scrollhöhe. Squarespace liefert die Bildvarianten automatisch, die Anzahl der Bilder bleibt trotzdem. Wer nach zwei Bildschirmen geht, hat 100 Bilder dekodiert, die er nie sieht.
Was trägtDie Kategorien. Wer eine Fotografin für ein Editorial sucht, sieht in zwei Klicks, ob es passt. Die Seite beantwortet die Frage, mit der Besucher kommen.
Die Menge kippt den Entwurf. Eine Startseite mit 110 Bildern ist ein Archiv; kuratiert wird erst im Kopf des Besuchers.
11
LaToya Ruby Frazier
latoyarubyfrazier.comWordPress + WP Rocket
Drei Spalten mit quadratischen Thumbnails. Das aufgeräumteste Werkraster der Stichprobe.
Bilder
13 (Werkseite)
Requests
141 Startseite
Transfer
1,6 MB
Body-Schrift
Open Sans
Plattform
WordPress
Navigation
horizontal, 8 Punkte
Artworks. Drei Spalten, quadratische Zuschnitte, Bildtitel und Jahr linksbündig unter jedem Werk. Feine Haarlinie unter der Navigation als einzige Zierde.
Frazier zeigt die konservative Bauart, die fast immer funktioniert: Name in Serifenversalien oben links, horizontale Navigation oben rechts, darunter ein Raster mit einheitlich beschnittenen Werken und lesbaren Bildunterschriften. Nach drei Sekunden weiß der Besucher, was er sieht und wo er weitergeht.
Die Technik ist das Problem. Die Startseite erzeugt 141 Requests für vier Bilder; das ist der Plugin-Ballast eines WordPress-Builds mit Caching-Schicht. Der erste Bildschirm ist ein eingebetteter YouTube-Player, der bei automatisierter Prüfung mit „Sign In to confirm you’re not a bot“ antwortet. Besucher sehen statt Kunst eine Anmeldeaufforderung.
Was trägtDas Raster mit Captions. Auf keiner anderen Seite kann ein Besucher ohne Vorwissen Werke unterscheiden, benennen und wiederfinden.
Drittinhalte sind hier das Risiko. Ein Video-Host entscheidet hier, ob die Startseite funktioniert.
12
Ed Templeton
ed-templeton.comeigenes Frontend
Die halbe Werkbiografie als Navigationsliste, daneben zwei Bilder. Der Punk unter den Archiven.
Transfer
162 KB
Bilder
2
Dokumenthöhe
900 px
Body-Schrift
Helvetica Neue
Navigation
gut 30 Punkte, links
Aktives Element
grüner Titel
Startseite. Die Navigationsspalte listet jede Buchserie einzeln auf. Rechts zwei Bilder, die zusammen den Bildschirm füllen, ohne Caption.
Templeton setzt auf ein Modell, das in der Kunstwelt verbreitet und im Web selten ist: Die Werkliste steht permanent links, nicht hinter „Work“. Zwölf Buchserien, dazu Malerei, Zeichnungen, Ausstellungen, Zines, Presse, Podcasts, Social Media. Der Name ist grün, das ist die einzige Farbe.
Das ist schnell, 162 KB für den ersten Bildschirm, und es ist eine Antiquität. Auf 1440 Pixeln braucht die Liste die halbe Bildhöhe, mobil wird sie zum Scrollkasten, und die zwei Bilder rechts haben keine Titel. Wer „Teenage Smokers“ sucht, findet sie in der Liste; wer wissen will, was er gerade sieht, nicht.
Was trägtDie Werkliste als Navigation. Ein Archiv, das seine Struktur zeigt, ist für Kuratoren und Sammler schneller als jede Suche.
Hierarchie fehlt: Buchserien, Ausstellungen, Social Media und Podcasts stehen gleich gewichtet untereinander. Und der erste Bildschirm bleibt ohne Bildtitel.
13
Sara Cwynar
saracwynar.comstatische iframes, Handbau
Giftgrüner Grund, Monospace, Werkliste ohne Bilder. Brutalismus mit Absicht.
Transfer
52 KB
Bilder
1
Dokumenthöhe
900 px
Body-Schrift
Century / Monospace
Aufbau
4 iframes
Navigation
Textlinks
Startseite. Films und Photographs and Installation Views als reine Textlisten, Jahre in Klammern, Institutionen kursiv. Ein quadratisches Rosenfoto als einziger visueller Anker.
Cwynar baut die Seite aus vier HTML-Dateien in iframes: Titel, Inhalt, zwei Lightboxen. Das ist Architektur von 2005 und für Suchmaschinen wie Screenreader schlecht zuzuordnen. Mit 52 KB ist es die leichteste Seite der Stichprobe, und die Typografie übernimmt hier die Gestaltung.
Monospace auf Giftgrün ist unbequem, und das ist beabsichtigt. Wer die Seite liest, liest eine Werkliste. Die Filme stehen vor den Fotografien, was für eine Künstlerin, die von beidem lebt, die richtige Reihenfolge ist.
Was trägtGeschwindigkeit und Haltung. 52 KB, ein Bild. Die Seite ist auch im Zug in unter einer Sekunde da.
Visuelle Proben fehlen. Ohne Vorschaubilder muss man wissen, was „Baby Blue Benzo“ ist. Wer über Instagram kommt, steht vor einer geschlossenen Tür.
14
Peter Sutherland
petersutherland.comWordPress
Ein Kontaktbogen als Startseite, der Name als Loch in der Mitte.
Bilder
45
Transfer
968 KB
Bildbreite
150 px
Body-Schrift
Arial Black
Plattform
WordPress 7.1
Navigation
keine
Startseite. Rund 44 Thumbnails von 150 Pixeln Breite, dazwischen ein zentrierter Textblock mit Name, Berufsbezeichnung und Mailadresse. Keine Navigation, keine Captions.
Sutherland macht aus der Not eine Form und zeigt einen Kontaktbogen statt einer Auswahl. Alles ist gleich groß, gleich gewichtet, in der Mitte steht der Name. Das zeigt Bandbreite am schnellsten, und mit 968 KB für 44 Bilder bleibt es die leichteste Seite mit vielen Motiven.
Der Nachteil liegt auf der Hand: 150 Pixel Breite reichen für einen Eindruck, nicht für ein Bild. Ein Kurator, der eine Arbeit prüfen will, muss klicken. Ohne Navigation und ohne Beschriftung führt der einzige Weg durch die Thumbnails.
Was trägtDer Kontaktbogen. Er sagt: Hier liegt ein Archiv, sieh dir an, was dich interessiert. Das ist offener als jede kuratierte Startseite.
Der Weg zurück ins Bild fehlt. Wer nicht klickt, sieht nichts in einer Größe, die etwas aussagt.
15
Andreas Gursky, Mohamed Bourouissa, Harley Weir
andreasgursky.com · mohamedbourouissa.com · harleyweir.comdrei Modelle, ein Vergleich
Drei Modelle: Galerie-Layout, Textindex, Baustelle.
Gursky. Linke Navigationsspalte mit Suchfeld und Sprachumschaltung, rechts ein Werk mit Caption. 264 KB, vier Bilder, Archivo Narrow.Bourouissa. Projektliste mit Titeln und Jahren, 24 Bilder erst auf den Detailseiten. WordPress, Times New Roman.
Gursky zeigt das Galerie-Modell in Reinform: links die Navigation, rechts ein Werk pro Bildschirm mit Titel und Jahr. Für einzelne Großformate ist das die aufgeräumteste Anordnung, und mit 264 KB eine der schnellsten.
Bourouissa macht das Gegenteil und gewinnt Übersicht: eine Liste aus Titeln und Jahren, durch Haarlinien getrennt, ohne Vorschaubild. Wer die Projekte kennt, ist in fünf Sekunden am Ziel. Wer sie nicht kennt, liest Jahreszahlen.
Harley Weir. Seit Jahren derselbe Zustand: „Website Under Construction“, 20 Pixel Times Now, 1,6 MB Hintergrundvideo. Die Seite ist erreichbar und sagt nichts.
Weir steht hier als Gegenbeispiel. Die Domain läuft, das Renommee trägt, die Seite ist eine Baustelle mit Hintergrundvideo.
Was trägtGurskys Disziplin und Bourouissas Mut zur Liste. Beide brauchen kein Raster, um verständlich zu sein.
Der leere Platz kostet Besucher. Eine „Under Construction“-Seite schickt das Publikum weg; wer über Instagram kommt, bleibt dort.
04
Was sich wiederholt, und warum es funktioniert
Sechs Entscheidungen, die in der Stichprobe immer wieder auftauchen. Als Regeln taugen sie nicht, aber sie erklären, warum diese Seiten bei sehr unterschiedlicher Technik ähnlich wirken.
Ein Bildschirm, ein Werk
Sieben von siebzehn Seiten zeigen beim ersten Aufruf eine Arbeit, oft randabfallend. Das ist der größte Unterschied zu kommerziellen Fotografen-Seiten, die mit Slider und Raster starten. Die Logik dahinter: Wer eine Ausstellung besucht, sieht ein Werk pro Wand, nicht zwanzig auf einmal.
Die Textspalte bleibt schmal
Name, sechs bis neun Links, Sprachumschaltung, Copyright. Mehr steht nicht in der Spalte, und sie bleibt bis zum Seitenende schmal. So entsteht links eine feste Leseachse und rechts eine große Fläche für Bild oder Leere. Tillmans, Sassen, Gursky, McGinley, Templeton und Kawauchi arbeiten jeweils anders damit.
Satzschriften mit alten Proportionen
Times mit 14,4 Pixeln bei Tillmans, Garamond bei Sassen, Simon und Kawauchi, Monospace bei Cwynar, Futura PT bei Sugimoto. Keine Schrift sieht nach 2020 aus. Eine Satzschrift mit alten Proportionen signalisiert Werkbestand, eine Modeschrift signalisiert Kampagne.
Die Navigation bleibt eine Liste
Vier Seiten haben eine horizontale Kopfzeile (Ruff, Sugimoto, Frazier, Bee), der Rest eine senkrechte Liste am Rand oder lose Textlinks. Untermenüs und Hover-Megamenüs kommen auf dem Desktop nicht vor. Sieben bis neun Punkte untereinander bleiben lesbar.
Bildunterschriften sind die Ausnahme
Nur Frazier, Gursky und Kawauchi beschriften die Übersicht. Alle anderen zeigen Titel und Jahr erst in der Detailansicht, einige gar nicht. Ohne Titel ist ein Bild nicht zitierbar.
Die Last folgt der Menge
Die 52 KB bei Cwynar und die 19 MB bei Engman folgen aus der Menge. Die leichten Seiten (Cwynar 52 KB, Simon 133 KB, Templeton 162 KB, Bourouissa 842 KB) zeigen weniger Bilder. Die schweren (Engman 19 MB, Kawauchi 6,2 MB, Bee 6,1 MB, McGinley 4,8 MB) zeigen viele. Bei Engman kommen GIFs und fehlende Kompression dazu, also Handwerk.
Wer am meisten zeigt, sagt nicht am meisten.
05
Was eine gute Künstler-Portfolioseite ausmacht
Zehn Regeln, abgeleitet aus den Messungen und den Brüchen in der Stichprobe. Jede Regel hat eine Zahl oder ein Beispiel, sonst wäre sie Geschmack.
Ein Werk pro Bildschirm am Anfang
Der erste Bildschirm entscheidet, ob jemand bleibt. Ein einzelnes Bild in großer Auflösung wirkt stärker als jede Übersicht, weil es eine Entscheidung trifft. Kawauchi und Sassen machen das radikal, Gursky und Ruff setzen ein Werk neben eine Navigationsspalte.
Das Raster hält die Spaltenbreite konstant
Vier Spalten à 248 Pixel mit 16 Pixel Abstand (Foglia) oder drei quadratische Spalten mit Captions (Frazier). Die Zahl ist egal; Hochformate gehören zentriert in die Spalte, Querformate füllen sie. Alles andere erzeugt Zufallshöhen und eine unruhige Unterkante.
Ein Bild über der Falz unter 500 KB
Bei 1440 Pixeln Breite reicht eine Datei mit 1600 Pixeln langer Kante als AVIF oder WebP. Alles darüber ist Zoom-Reserve, die auf einer Startseite niemand abruft. Kawauchi lädt für ein Hero-Bild mehr als 5 MB; teurer ist keine Seite der Stichprobe.
Titel und Jahr gehören an das Bild, nicht in die Detailseite
Wer eine Übersicht ohne Beschriftung baut, verlangt, dass jedes Bild geöffnet wird, um es benennen zu können. Eine Zeile mit Titel und Jahr unter dem Bild, 13 bis 14 Pixel, Grau mit mindestens 4,5:1 Kontrast, kostet nichts und macht die Seite zitierbar.
Die Navigation bleibt bei sieben Punkten
Werke, Ausstellungen, Publikationen, Texte, Biografie, Kontakt. Mehr braucht eine künstlerische Praxis nicht; alles darüber wird zum Inhaltsverzeichnis. McGinleys vierzehn Punkte und Templetons gut dreißig zeigen, wie Listen ohne Hierarchie bremsen.
Ein Statement von 80 bis 150 Wörtern, auf einer eigenen Seite
Foglia trennt Galerie und Statement, Sassen hat „texts“, Tillmans „Texts“. Der Text gehört nicht auf die Startseite, muss aber existieren und verlinkt sein. Eine Praxis ohne einen Absatz über sich selbst überlässt die Deutung dem Zufall.
Zwei Spalten auf dem Telefon statt einer
Foglia behält mobil zwei Spalten und die Übersicht. Eine Spalte heißt bei 100 Bildern 100 Wischbewegungen. Zwei Spalten mit 12 Pixel Abstand sind auf 390 Pixeln lesbar und halbieren die Scrolllänge.
Keine Drittinhalte im ersten Bildschirm
Zwei Seiten der Stichprobe starten mit einem YouTube-Embed, bei einer antwortet der Host mit einer Bot-Prüfung. Wer Video zeigen will, lädt es selbst oder setzt ein Standbild mit Play-Ziel. Sonst entscheidet ein fremder Host über den ersten Eindruck.
Lazy Loading und ein sichtbarer Ladezustand
Tillmans lädt bei 41 Bildern im DOM nur einen Bruchteil, das ist richtig. Ein leerer Bildschirm ohne Rückmeldung ist es nicht. Ein Platzhalter mit den richtigen Proportionen verhindert Layoutsprünge und zeigt, dass etwas kommt.
Ein Zustand, der nicht „Under Construction“ heißt
Harley Weir hält seit Jahren eine Baustellenseite mit Hintergrundvideo online. Wer keine Zeit für eine Website hat, stellt eine Seite mit einem Bild und einer Mailadresse live. Das dauert zwei Stunden und ist besser als jede Baustelle.
Checkliste für den Bau
Mitnehmen
Eine Satzschrift, zwei Grad: 14 bis 16 Pixel Navigation, 28 bis 40 Pixel Titel
Bilder mit fester langer Kante, srcset für 800, 1280 und 1920 Pixel
AVIF mit WebP-Fallback, Qualität 80 bis 85
Alt-Text mit Titel, Jahr, Technik
Ein Raster, das auf 390 Pixeln zweispaltig bleibt
Kontakt als Mailadresse, nicht als Formular
Impressum und Datenschutz als echte Seiten
Ein Statement, eine Biografie, ein CV als PDF
Weglassen
Slider und Karussells auf der Startseite
Autoplay mit Ton und ohne Zustimmung
GIFs über 500 KB als Hero
Schriftwechsel pro Rubrik
Instagram-Feeds als Ersatz für eine Galerie
Cookie-Banner mit über zehn Schaltern
Baustellenseiten über sechs Monate
Bildunterschriften nur im Dateinamen
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Womit diese Seiten gebaut sind
Die Plattform bestimmt nicht den Entwurf, sie bestimmt den Spielraum bei Bildformaten, Raster und Ladezeit. Zuordnung über Quelltext-Signaturen, Stand 20.10.2026.
Plattform
Seiten in der Stichprobe
Was sie gut kann
Wo sie bremst
Eigenes Frontend
10
Jedes Raster, jede Typokante, jede Ladezeit ist verhandelbar
Bildoptimierung, Suche, Barrierefreiheit muss selbst gebaut werden
Squarespace
3
Saubere Bildvarianten, Templates, die nicht nach Template aussehen
Rasterlogik und Startseiten-Choreografie bleiben im System
Plugin-Ballast: 141 Requests für vier Bilder (Frazier)
Cargo
0
In Design- und Kunstkreisen verbreitet, sehr freie Layouts, eigene Schriften
In dieser Stichprobe nicht vertreten, deshalb ohne eigenes Urteil
Statische Dateien in iframes
1
52 KB, ewig haltbar, kein System, das gepflegt werden muss
Struktur für Suchmaschinen und Screenreader, keine Redaktionsoberfläche
Cargo ist als Baukasten für Künstler- und Designportfolios etabliert und arbeitet mit frei positionierbaren Layouts und eigenen Schriften. In dieser Stichprobe lief keine Seite nachweisbar darauf, deshalb steht hier keine Bewertung aus eigener Messung.
Was die Wahl praktisch bedeutet
Wer ein Raster braucht, das anders reagiert als der Standard (Foglia, Sutherland, Templeton), landet beim eigenen Frontend und zahlt mit Pflege. Wer in zwei Wochen online sein will, ist mit Squarespace oder einem schlanken WordPress-Theme schneller. Wer eine typografische Haltung hat und die Seite zehn Jahre nicht anfassen will, kommt mit statischem HTML weit; Cwynar ist der Beleg mit 52 KB.
07
Messwerte und Quellen
Alle Werte am 20.10.2026 zwischen 10:10 und 10:25 CEST, Viewport 1440 × 900, sechs Sekunden nach Ladeende. Transfergrößen sind Untergrenzen.
Seite
Plattform
Requests
Transfer
Bilder
Höhe
Schrift (berechnet)
Tillmans
eigenes Frontend
42
2,2 MB
41
34.459 px
Times, 14,4 px
Kawauchi
WordPress
28
6,2 MB
10
900 px
Garamond-Schnitt
Sassen
eigenes Frontend
9
58 KB + Video
1
900 px
EB Garamond
Taryn Simon
eigenes Frontend
11
133 KB
0
8.233 px
Garamond-Schnitt
Sugimoto
Squarespace
40
1,4 MB
0
976 px
Futura PT
Ruff
eigenes Frontend
24
2,5 MB
11
2.917 px
Telegraf
Engman
eigenes Frontend
111
19,0 MB
25
900 px
Arial Rounded
Foglia
eigenes Frontend
43
155 KB + nachgeladen
23
900 px
Gotham Narrow
McGinley
Squarespace
67
4,8 MB
62
900 px
Proxima Nova
Olivia Bee
Squarespace
50
6,1 MB
110
11.716 px
System-Sans
LaToya Ruby Frazier
WordPress + WP Rocket
141
1,6 MB
4
2.918 px
Open Sans
Templeton
eigenes Frontend
8
162 KB
2
900 px
Helvetica Neue
Cwynar
statische iframes
9
52 KB
1
900 px
Century / Monospace
Sutherland
WordPress 7.1.3
59
968 KB
45
900 px
Arial Black
Gursky
eigenes Frontend
17
264 KB
4
900 px
Archivo Narrow
Bourouissa
WordPress 6.9.10
–
842 KB Startseite
24
1.159 px
Times New Roman
Harley Weir
eigenes Frontend
–
1,6 MB
1
900 px
Times Now
Ein Strich in der Spalte Requests heißt: für diese Seite wurde die Last nicht separat erhoben, weil der Aufruf abbrach oder die Startseite nur ein Video ausliefert. Schriftnamen sind berechnete Werte aus dem Browser, nicht die Namen der geladenen Dateien; Lizenzschriften erscheinen deshalb als Schnitt-Familie.
Alec Soth (alecsoth.com), Todd Hido, Jack Davison, Coco Capitán, Roe Ethridge, Torbjørn Rødland und Brianna Capozzi antworteten zum Aufnahmezeitpunkt nicht oder lösten keine DNS-Auflösung aus. Daniel Shea verweist auf ein Flickr-Archiv. Sie fehlen, weil keine Daten vorliegen.
Reproduzierbarkeit
DOM- und Performance-Werte stammen aus einem Headless-Chrome-Lauf mit deaktivierter Zwischenspeicherung, die Screenshots aus demselben Lauf bei 1440 × 900 Pixeln und 1280 Pixel Ausgabebreite. Wer nachprüfen will: gleiche Viewportgröße, sechs Sekunden Wartezeit, ein Scroll-Durchlauf vor der Messung.